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Cashflow-Das Spiel und mein Fazit dazu

Das Cashflow-Spiel und meine Meinung dazu!

 

Ich hatte nun endlich auch mein 1. Mal.

 

Mein 1. Mal mit DEM Spiel schlechthin. Zumindest, wenn du im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung oder dem Ausstieg aus dem Hamsterrad unterwegs bist. Nun stelle ich es dir vor: CASHFLOW - das Spiel.

 

Das Hamsterrad zu verlassen ist bei diesem Spiel das erklärte Ziel und sichert dir ggf. auch den heißbegehrten Gewinnerplatz. Das Spiel stammt vom Verfasser des Buches „Rich Dad Poor Dad“, in dem ausgiebig und herrlich simpel erklärt wird, wie das Verlassen des Hamsterrades funktionieren kann. Eine absolute Lese- bzw. Hörempfehlung von mir!

 

Pünktlich wie immer erschienen wir an der verabredeten Adresse und waren verwundert, als wir uns vor einem Bürokomplex wiederfanden. Damit hatten wir nicht gerechnet, denn wir gingen von einer Spielrunde zu Hause bei den Gastgebern oder im Gemeinschaftsraum um die Ecke aus. Egal…rein da und überraschen lassen. Das Klingelschild wies einen Firmennahmen auf, den mein Mann witzigerweise kannte. Mein Mann kennt sonst nicht allzu viele Namen oder Einrichtungen in Hamburg, da er ursprünglich aus Berlin stammt. Ich war deshalb sehr verwundert, hörte dann aber neugierig zu. Mein Mann berichtete mir von einer Begegnung mit einem Mitarbeiter dieser Firma, die offenbar nicht besonders positiv war. Bruchstücke wie: „Ein Mann…der mir was Aufschwatzen wollte und Finanzvermittler war, fielen". Zack, waren wir aber auch schon oben im Büro angekommen und hatten keine Gelegenheit mehr für einen weiteren Austausch. Es gab Sekt und Selters zum Empfang. Der Sekt war übrigens oberlecker und ich zückte dafür extra nochmal mein Handy, um diesen für meine nächste Sektbestellung zu verewigen.

 

Der Raum füllte sich langsam und schlussendlich fanden wir uns mit insgesamt 8 Personen am Spieltisch ein. 

 

Unsere Gruppe spielte auf einer der verschiedenen Brettspiell-Versionen für Erwachsene. Offenbar gibt es bereits mehrere Ausgaben dieser Version, die im Laufe der Jahre immer mal wieder ein Facelift und kleine Änderungen erhalten hat.

 

Das Spiel besteht aus einem Spielbrett, verschiedenen Karten zum Ziehen (kleine Deals, große Deals, Markt und SchnickSchnack) und Spielfiguren sowie Würfeln. Zudem gibt es vorgefertigte Zettel, auf denen Du u. a. deine Einnahmen und Ausgaben mit einem Bleistift erfasst. Zügiges Rechnen ist ebenfalls angesagt, was mir nicht so gut liegt. Aber dafür war ja meine bessere Hälfte da und wir ergänzten uns mal wieder perfekt.

 

Am Tisch sitzend fand sich neben unseren Mitspielern auch ein sog. Erklärbär. Er spielte schlussenlich ebenfalls mit, moderierte das Spiel aber überwiegend und half so an der ein- oder anderen Stelle mit Ratschlägen aus. Die von ihm moderierte Einführung zum Spiel war für mich enorm wichtig, denn ohne diese Erklärungen und Verknüpfungen, hätte ich sicher nicht gut ins Spiel finden können. 

 

Für Anfänger, die im Echtleben noch nie eine Aktie gekauft oder sich mit Immobiliendeals beschäftigt haben, ist der Einstieg meiner Meinung nach ohne eine strukturierte Erklärung oder erfahrenen Spielpartner an seiner Seite, unmöglich zu spielen. Vermutlich wird Dir das Spiel dann nach kürzester Zeit keinen Spaß mehr machen. Überlege Dir also, mit wem Du in dein Spiel startest und ob Du Dich wirklich alleine ranwagen möchtest.

 

Nach der Einführung, die unabdinlgich ist, um ins Spiel zu kommen, folgte dann die Ziehung der während des Spiels einzunehmenden Rollen.

 

Da man das Spiel auch prima als Pärchen spielen kann, entschlossen mein Mann und ich uns dazu, gemeinsame Sache zu machen. Wie im echten Leben auch! So realistisch wie möglich, dachten wir uns. Ein weiteres Pärchen entschied sich ebenfalls dazu. Alle anderen Personen am Tisch spielten als Singels, um den Ausstieg aus dem Hamsterrad. Als Single hat man sicherlich den Vorteil, allein seinen Impulsen zu folgen. Das mag bei manchen Entscheidungen durchaus positiv sein, denn es redet einem niemand rein.

 

Es stand also die Ziehung der verschiedenen Rollen im Spiel an. Mein Mann und ich zogen die „Ärzte“ Karte und waren kurz darauf umgeben vom „Hausmeister“ links neben uns, einer „LKW Fahrerin“, dem „Polizistenpärchen“ und einem „Anwalt“. Jede dieser Rollen war auf einer separaten Karte erfasst und gab u.a. vor, mit welchem Gehalt die jeweiligen Rolle ins Spiel starten würde. So starteten mein Mann und ich mit einem montalichen Ärztegehalt von 13.200 €. Mein Nachbar links von mir mit 1600 € monaltich, die er an diesem Abend als Hausmeister verdiente. Welcher Tätigkeit er im wirklichen Leben nachgeht, konnte ich nicht mehr in Erfahrung bringen. 

 

Für das Spiel ist die Rolle, also der Beruf, meiner Meinung nach zweitrangig zu betrachten, aber ein witziges Tool. Denn egal mit welcher Rolle / Beruf du an den Start gehst: alle wollen und können im Leben (und Spiel) das gleiche erreichen, die finanzielle Unabhängigkeit. Vollkommen irrelevant, wie viel Geld du im Echtleben, oder deine Rolle im Spiel, monatlich verdient. Es kommt nämich vor allem darauf an, wie du mit deiner Kohle umgehst und haushaltest. Und das ist nicht nur das Fazit aus dem Spiel, sondern ist zu 100 % auf das echte Leben zu übertragen. 

 

Nachdem das Spiel gegen 18:30 Uhr startete und wir alle nach und nach unsere ersten Deals abschließen konnten, waren ruck zuck drei Stunden um. Die vergingen tatsächlich wie im Flug, kosteten uns aber eine Menge Konzentration, da wir uns ausgiebig über die angebotenen Deals austauschten und diese sehr ernst nahmen. Sicherlich handelt es sich hierbei um ein Spiel…aber wir wollten uns auch ein wenig ausprobieren und unsere Strategie aus dem Echtleben auf das Spiel übertragen. Somit arbeiteten wir gewissenhaft an unserer Spielstrategie und überlegten genau, bei welchen Deals wir zu- oder ausstiegen.

 

Der Großteil der Mitspieler war deutlich aggressiver und risikobereiter unterwegs, was uns sehr verwunderte. Mein Mann und ich fragten uns zwischenzeitlich, ob wir zu „vorsichtig“ unterwegs seien oder die anderen Mitspieler bereits risikobereiter waren, weil sie das Spiel bereits kannten. Es war deutlich spür- und sichtbar, dass es dem ein- oder anderen Spieler schlichtweg ums Gewinnen ging, was dann auch die deutlich höhere Risikobereitschaft gegenüber unseren Spielzügen erklärte. 

 

Es lag meiner Meinung nach aber auch am Erklärbär, der diese Art des Spielens deutlich untersützte und immer wieder in seinen Ansprachen anpries. Zudem gab der Erklärbär teilweise fragwürdige Äußerungen von sich, die wir so in keinster Weise stehen lassen konnten und während des Spiels diskutierten. Das ist bei diesem Spiel aber durchaus gewollt und alle anderen "lernen" so automatisch mit. Laut Denken ist hier erwünscht, zumindest in einer Anfängerrunde. An einem Beispiel des Erklärbärs wurde dann deutlich, dass wir an diesem Abend offensichltich NICHT in eine private Spielrunde reingeraten waren, sondern das es sich u. a. bei dem Erklärbär um einen Finanzvermittler handelte. Ihr erinnert euch an das Klingelschild und die verschwommenen Erinnerungen meines Mannes?!

 

Der Erklärbär machte mehr und mehr deutlich, dass wir bei vielen seiner Äußerungen nicht auf eine Wellenlänge kommen würden. So wollte er uns an einer Stelle ernsthaft dazu raten, dass es klüger sei (und dieser Ratschlag bezog sich nicht ausschließlich auf das Spiel, sondern auf das Echtleben!!!), ein Fahrzeug, welches man sich anschaffen möchte, zu finanzieren (sprich: sich dafür Geld bei einer Bank zu leihen) anstatt es mit dem vorhandenem Bargeld zu bezahlen!!!

Begründung für diese Vorgehensweise war, dass man das Geld, welches man dafür auf dem Konto liegen hätte, lieber dafür vorhalten solle, um einen Deal durchführen. Mit diesem Deal könne man dann eine Rendite in Höhe XY erzielen, welche deutlich über dem Kreditzins liegen würde. Dieses Vorgehen bewertete er als eine äußerst gute Strategie!!! Um es auf den Punkt zu bringen: er hat uns geraten, Konsumschulden in nicht unerheblicher Größe in Form eines Kredits aufzubauen, um die vorhandene Kohle, die auf dem Konto für genau solche Dinge bereit liegen sollte, in Deals zu stecken. HILFE!!!

 

Uns wurde ganz anders bei diesem Ratschlag. Und das Wort Ratschlag machte seiner Bedeutung mal wieder alle Ehre. Einen RAT erteilen und die andere Person gleichzeitig mit einem SCHLAG versehen. Gruselig war dieser Ratschlag und entspricht weder unserer noch der Philosophie vieler kluger Leute, die sich mit Vermögensbildung auskennen. Denn eine der wichtigsten Regeln lautet: KEINE Konsumschlden aufbauen. Ganz im Gegenteil: Das Abbauen und Vermeiden von Konsumschulden ist das oberste Ziel. Und wenn das geschafft ist, nur noch Dinge kaufen, die Du in bar bezahlen kannst. KREDITE dieser Art sind ein No-Go und tunlichst zu vemeiden. 

 

Der Erklärbär war nun endgültig in seiner Schublade gelandet und diese hieß: Bitte nicht nachmachen!

 

Das Spiel ging nach und nach weiter. Unsere Strategie, nicht zu viel Risiko an den Tag zu legen, aber auch mal ein paar Deals abzuwickeln, ging auf.

 

Nach knapp 5 Stunden war dann aber Feierabend, da wir alle ziemlich müde waren und die Konzentration nachließ. 

 

Einen endgültigen Gewinner gab es nicht, da zum Zeitpunkt des Abpifffs nur eine Person das Hamsterrad verlassen hatte. Der Rest befand sich noch darin und hätte noch diverse Spielzüge (also Stunden) benötigt, um entweder aus dem Hamsterrad rauszukommen oder die Insolvenz anzumelden. 

 

Das Schlusswort hatte…ihr ahnt es sicher, der Erklärbär. Und spätestens da wurde uns vollends klar, dass dies offenbar eher eine Veranstaltung mit gewissen Zielen war, als eine rein private Spielrunde. Einen Raum weiter fand an diesem Abend eine weitere Cashflow-Runde statt, die ebenfalls von Mitarbeiterin der Firma ins Leben gerufen wurde. Als Fazit zum Erklärbär und der Einladung möchte ich somit sagen, dass es bessere Vorraussetzungen für ein 1. Mal hätte geben können. Denn die durchweg seriös wirkende Einladung kippte nach und nach in ein Finanzvermittlungsgespräch.

 

Nach der Spielrunde, beim lockeren Zusammenstehen, gelangten wir dann noch zu folgender Erkenntnis: Die Mitspieler, die im Spiel aggressiv und risikobereit nach vorne preschten, hatten ihre Strategie im Echtleben offenbar nicht angewendet. Denn keiner unserer Mietspieler hat bereits so viele Wohnungen im Portfolio, wie wir. Und das, obwohl wir in den Augen der anderen zu "vorsichtig" spielten und mehr Risiko hätten eingehen müssen. 

 

 

Mein Fazit zum Spiel: 

 

- nur für Anfänger geeignet, wenn es einen Erklärbär oder erfahrenen Spielparnter an deiner Seite gibt

 

- lange…sehr lange Spielzeit

 

- viel zu teuer für das, was Du im Endeffekt erhältst

 

+ zum Ausprobieren empfehle ich es trotzdem, da du in jedem Fall Erfahrungen sammelst und das ist immer positiv ist

 

 

+ tolle Trockenübung für die Praxis und um eine Vorstellung vom Investieren zu bekommen

 

+ Kontakt zu neuen Menschen

 

 

+ guter Lerneffekt, da du prima beobachten kannst, wie andere ihre Deals abwickeln und angehen

 

 

+- dieses Spiel sollte man nicht spielen, des gewinnen wegen, sondern um Strategien für die finanzielle Freiheit / passives Einkommen zu testen

 

+- Du solltest gut rechnen können da du ständig deine Einkommensverhältnisse im Spiel änderst / umschreiben musst

  

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Kommentare: 1
  • #1

    Dehua Chen (Montag, 21 Januar 2019 10:28)

    Guten Morgen Mrs. Goldesel,

    Freue mich sehr, dass du meine Einladung zum Cashflow Spiel gefolgt bist :)
    Vielen Dank nochmal für dein Feedback. Denn ich freue mich über jeden positiven oder negativen Kritikpunkt, da ich mich stetig verbessern möchte. Ich wiederhole mich nochmal. Mein Ziel ist es Menschen Finanzielle Bildung beizubrungen. Ich denke wir verfolgen da das gleiche Ziel.
    Vom Fazit aus kann ich sehen, dass ihr es insgesamt gut fandet und habe daher auch nichts mehr hinzuzufügen.

    Wünsche dir und dein Mann noch alles Gute und möget ihr alles schaffen, was ihr euch wünscht.

    Mit liebsten Grüßen
    Dehua Chen

    Ps. wenn ihr noch 2 Sektflaschen braucht, könnt ihr mir gerne Bescheid geben. Meine Frau und ich trinken kaum Alkohol und haben dies im Überfluss

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